 Die Freiberger Sammlungen zählen wie die Universitätssammlungen von
Padua, Lund, Uppsala und Madrid und die naturwissenschaftlichen Museen
von Dresden, Moskau, Wien und London zu den 10 ältesten ihrer Art. Nach
Umfang und Qualität gehören sie heute neben den Sammlungen und Museen
von London, Washington, Paris und St.Petersburg zu den bedeutendsten
der mehr als 450 großen geowissenschaftlichen Kollektionen der Welt.
Erste Bestände entstammen Sammlungen von Johann Friedrich HENKEL
(1678-1744) und Christlieb Ehregott GELLERT (1713-1785) - dem Bruder
des Fabeldichters, die im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes bereits
in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts Unterricht in Probierkunde,
Metallhüttenkunde und Mineralogie erteilten. Mit Gründung der
Bergakademie im Jahre 1765 kamen Schenkungen ihrer wesentlichen
Mitbegründer, des sächsischen Generalbergkommissars Anton v.HEYNITZ
(1715-1802) und des Oberberghauptmannes Friedrich Wilhelm v.OPPEL
(1720-1769), hinzu.
Seit der Eröffnung der Bergakademie, Ostern 1766, dienen die
Sammlungen vorrangig der Ausbildung von Studenten und jungen
Wissenschaftlern, aber auch der Weiterbildung von Spezialisten. Der
Übergang von der "Nur-Sammlung" von Mineralen, Gesteinen und Fossilien
hin zur öffentlichen Ausstellung, d.h. zum "Museum", begann bereits mit
dieser Eröffnung durch eine Zur-Schau-Stellung im "academischen
Stuffen-Cabinett" im Haus des Oberberghauptmannes v.OPPEL auf der
Futtergasse (heute Hauptgebäude der Bergakademie in der
Akademiestraße). Sie war lagerstättenkundlich ausgerichtet und wurde an
zwei Nachmittagen in der Woche vom ersten Lehrbeauftragten für
Mineralogie, Christian Hieronymus LOMMER (gest. 1787), vorgezeigt und
erklärt.
Die Sammlungen gliedern sich in sechs thematische Teilkollektionen,
die im Institut für Mineralogie (A.-G.-WERNER-Bau) und im Institut für
Geologie (A.-v.-HUMBOLDT- Bau) untergebracht sind. Daraus ergibt sich
die Struktur der Sammlungen. Die Sammlungen verfügen heute über
umfangreiche Schauteile, die den Studenten der Bergakademie als
"ungeschriebene Lehrbücher" dienen und auch der interessierten
Öffentlichkeit zugänglich sind sowie über einen beträchtlichen
Materialfond, der Wissenschaftlern im In- und Ausland zur Verfügung
steht. Durch die Attraktivität des Ausstellungsmaterials und die Art
und Weise der Präsentation sind die Sammlungen zu einem
Besuchermagneten in Freiberg geworden. Der Anteil der Exponate am
Gesamtbestand beträgt dabei weniger als fünf Prozent.
Quelle: Geowissenschaftliche Sammlungen
|