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Erzbergbau bei Frauenstein |
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Dienstag, 9. Dezember 2008 |
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Geschichtliche Sachzeugen im Freiberger Umland  Die Grube Sadisdorf war von 1505 bis 1954 in Betrieb. Die etwa 100 Meter tiefe Pinge ist in einem Gebiet entstanden, in dem aus Erzgängen und schlauchartigen Erzkörpern reiches Kupfererz abgebaut wurde. Entstanden ist die Pinge durch Zusammenbrüche von Witterungen (Feuersetzorten). Die Bruchvorgänge verliefen in mehreren Etappen in der Zeit vom 16. bis 18. Jahrhundert. Bei den Pingenbrüchen von 1714 wurde auch der wasserabführende Stollen mit betroffen. Deshalb hat man bald danach den Tiefen Kupfergrübner Stolln begonnen. Sein Mundloch mit Halde und türmchenbekrönter Stollenkaue ist als technisches Denkmal erhalten.
Ähnlich wie in der bekannten großen Pinge der Zinnerzgrube Altenberg wurden auch in Sadisdorf die Brucherze aus der Pinge gefördert und verarbeitet. Um 1860 hat man einen neuen Hauptschacht geteufelt und mit einem Pferdegöpel ausgerüstet. Stilllegungen und Neubeginn des Bergbaubetriebes wechselten sich bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein öfter ab. 1992 wurden die Schächte und Stollen der Kupfergrube Sadisdorf endgültig verwahrt. Die große Pinge erinnert an die 500-jährige Geschichte dieses Erzbergwerkes. Im Frauensteiner Distrikt wurden sehr unterschiedliche Typen von Lagerstätten erschlossen. Gewonnen wurden Zinn, Silber, Kupfer, Blei, Wolfram, Molybdän, Wismut und Uran. Im Gebiet zwischen Ammelsdorf und Niederpöpel hat der vom 16. bis 18. Jahrhundert betriebene oberflächennahe Bergbau eine weiträumige "Pingenlandschaft" als außerordentlich beeindruckenden Sachzeugen hinterlassen. Es handelt sich um die sogenannten Zinnklüfte. Das ist ein mehrreihiger Pingenzug entlang mehrerer Zinnerzgänge. Diese verlaufen parallel zum Saubachweg, der einen Teil der Straßenverbindung Ammelsdorf - Niederpöpel darstellt. Die zahlreichen großen und kleinen Pingen liegen im Eulenwald im Bereich eines steilen Hanges des Saubachtals. Die Querschnittsformen und Tiefen der Einsturzlöcher sind sehr unterschiedlich. Die Felsböschungen sind meistens sehr steil. In der Tiefe der kreis- oder grabenförmigen Einsturztrichter erkennt man manchmal Öffnungen von Schächten oder Abbauhohlräumen. (Text und Foto: Herbert Pforr) |